Das Burn-out-Syndrom behandeln
Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem bestehenden Burn-out-Syndrom richten sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Wird das Leiden früh erkannt und befindet es sich noch in einem Anfangsstadium, kann es mitunter schon ausreichen, wenn der Patient seinen Arbeitsplatz wechselt oder ausgedehnte Erholungskuren u. ä. in Anspruch nimmt. Ist die Erkrankung jedoch fortgeschritten, lässt sie sich durch solche vergleichsweise einfachen Therapieoptionen nicht mehr in den Griff bekommen. Hier sollten psychotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz kommen, die u. a. darauf zielen, das Leistungsvermögen des Betroffenen richtig einzuschätzen und selbst gestellte Leistungsanforderungen realistisch zu definieren.
Die Psychotherapie ermöglicht es, die komplexen psychischen Probleme, die hinter einem Burn-out-Syndrom stehen können, zu erfassen. Sind diese erkannt, kann der Arzt dem Patienten helfen, eine Lebensstiländerung vorzunehmen und positiv auf sein Verhalten einwirken. In schweren Fällen, in denen der Patient schon depressiv ist, kann auch eine unterstützende Behandlung mit Arzneistoffen aus der Gruppe der Antidepressiva hilfreich sein.
Möglichkeiten der Intervention
Durch verschiedene Maßnahmen können sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen (resp. der Arbeitgeber) dazu beitragen, der Entstehung eines Burn-out-Syndroms vorbeugen. Als individuelle Strategien, um einem drohenden Burn-out-Syndrom Herr zu werden, können z. B. Stressbewältigungsverfahren angewandt werden. Eine aktive Maßnahme der Stressbewältigung wäre z. B. die Reduktion der Arbeitsbelastung. Ist dies nicht möglich, kann eine Besserung der Situation ggf. dadurch erreicht werden, dass der Betroffene versucht, eine positive Perspektive bezüglich seiner Arbeit zu entwickeln. Sinnvoll kann es aber auch schon sein, sich über private und berufliche Ziele klar zu werden.
Maßnahmen, die Unternehmen einleiten können, um die Burn-out-Rate ihrer Belegschaft möglichst gering zu halten, können z. B. flexible Arbeitszeiten oder regelmäßig geführte Mitarbeitergespräche darstellen. Auch ein angemessenes Mitspracherecht kann helfen, Mitarbeiter vor Fehlbelastungen zu schützen. Dabei stellt ein solch partizipativer Führungsstil i. d. R. einen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar, der von den Betroffenen jedoch nicht als solcher empfunden wird, da sie psychomental entlastet werden. Transparenz der betrieblichen Abläufe, ein gerechtes Belohnungssystem sowie Personalentwicklungsmaßnahmen auf allen Hierarchieebenen können ebenfalls helfen, die Burn-out-Quote möglichst gering zu halten.
Fazit
Um ein bestehendes Burn-out-Syndrom auf Dauer in den Griff zu bekommen, sollte die Therapie immer langfristig angelegt sein. Entscheidend ist zudem, dass Angehörige und soziales Umfeld dem Betroffenen verständnisvoll begegnen.
msf