Ursachen und Entstehung
Die Ursachen für die Entstehung eines Burn-out-Syndroms können im organisations- und sozialpsychologischen Bereich (z. B. Wechsel der Arbeitsstelle oder des Vorgesetzten), im individuellen Bereich (z. B. krankhafter Ehrgeiz oder Helfersyndrom) sowie im gesellschaftlichen Bereich (z. B. Arbeitsmarktlage) angesiedelt sein. Grundsätzlich gilt, dass es auf allen diesen Ebenen zu einer Diskrepanz zwischen der Realität und der Erwartungshaltung des Betroffenen kommt.
Organisations- und sozialpsychologische Faktoren
Neben dem o. g. Wechsel des Arbeitsplatzes oder des Vorgesetzten kann z. B. auch eine übermäßige Arbeitsbelastung ausschlaggebend für die Entstehung des Burn-out-Syndroms sein: Die Bewältigung von immer mehr Arbeit, welcher die Betroffenen weder zeitlich noch organisatorisch angemessen Herr werden (können), und ein damit verbundener Mangel an Erholung kann das Burn-out-Risiko steigern. Doch auch monotone Tätigkeiten, fehlende Herausforderungen und mangelnde Möglichkeiten, sich in die Arbeit einzubringen, können Aspekte sein, die ein Burn-out-Syndrom begünstigen.
Individuelle Faktoren
Der psychischen Widerstandskraft des Einzelnen steht seine Beanspruchung durch die Umwelt gegenüber. Ängstlichkeit, Neigung zu Zwanghaftigkeit und Schuldanfälligkeit können Faktoren sein, die die individuelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und die Entstehung eines Burn-out-Syndroms begünstigen. Doch auch individuelle Defizite – z. B. fachliche Inkompetenz oder eine schlechte Ausbildung – können zum „Ausbrennen“ des Patienten beitragen. Auch der Drang nach Perfektion gilt als ein möglicher Aspekt, der die körperlich-seelische Erschöpfung des Betroffenen verursachen kann: Oft werden Ziele zu hochgesteckt, notwendige Kompromisse nicht eingegangen, sodass die Arbeitsleistung nachhaltig beeinträchtigt wird.
Gesellschaftliche Faktoren
Zu den gesellschaftlichen Aspekten, die in Zusammenhang mit der Entstehung eines Burn-out-Syndroms gebracht werden, zählt neben der oben angesprochenen Angst vor drohender Arbeitslosigkeit aufgrund einer schlechten Marktlage in manchen Theorien z. B. der Verfall von schützenden Strukturen, wie sie etwa die traditionelle Familie bieten kann. Zunehmende Anonymität fördert laut verschiedener Theorien ferner eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur, die oft mit den Gegebenheiten der realen Arbeitswelt in Konflikt gerät.
msf