Das Burn-out-Syndrom erkennen
Besteht der Verdacht, dass der Patient an einem Burn-out-Syndrom leidet, muss der behandelnde Facharzt – i. d. R. ein Neurologe oder Psychiater – eine genaue Diagnose vornehmen, da sich einzelne mögliche Burn-out-Symptome nicht immer von denen anderer Erkrankungen abgrenzen lassen. So müssen verminderte Leistungsfähigkeit und Müdigkeit nicht immer bedeuten, dass der Patient „ausgebrannt“ ist; Symptome wie diese können auch auf organische Erkrankungen (z. B. der Schilddrüse) hinweisen. Um dies abzuklären, ist ein gründliches Anamnesegespräch notwendig, in dem sich der behandelnde Arzt u. a. nach Vorerkrankungen des Patienten erkundigen kann.
Welche Diagnose-Methoden gibt es?
Um festzustellen, ob der Patient an einem Burn-out-Syndrom leidet, kann der Arzt nach erfolgtem Anamnesegespräch auf Fragebögen-Verfahren zurückgreifen. Hierbei stehen ihm zwei alternative Systeme zur Verfügung: der sog. Maslach Burnout Inventory (MBI) und das sog. Tedium Measure ™. Der MBI ist das gängigere Messinstrument; er wurde Anfang der 1980er-Jahre von Susan E. Jackson und Christina Maslach entwickelt, um drei definierte Dimensionen des Burn-out-Syndroms – emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und verminderte individuelle Leistungsfähigkeit – anhand von 25 Fragen zu erfassen. Diese Fragen müssen vom Patienten im Hinblick auf Häufigkeit und Intensität beantwortet werden. Auch wenn durch den MBI die wichtigsten Aspekte des Burn-out-Syndroms inhaltlich abgedeckt werden, ist es nach Meinung einiger Kritiker zu sehr auf die Gruppe der sog. helfenden Berufe zugeschnitten.
Die Überdruss-Skala
Das Tedium Measure (engl.: tedium = Überdruss, Langeweile) deckt 21 Fragestellungen ab, die nur hinsichtlich der Häufigkeit beantwortet werden müssen. Wo der Patienten auf dieser „Überdruss-Skala“ rangiert, lässt sich durch simple Addition der jeweils für die einzelnen Antworten vergebenen Punkte bestimmen. Für die Frage, ob der Patient manchmal alles satthat, kann er z. B. einen (Antwort = „niemals“) bis sieben Punkte (Antwort = „immer“) erhalten. Je höher die Punktzahl, desto akuter ist die Krise des Patienten.
Um möglichst rasch Gegenmaßnahmen einleiten zu können, sollte ein bestehendes Burn-out-Syndrom möglichst früh diagnostiziert werden. Der Patient sollte also, wenn er sich mit dem Verdacht trägt, erkrankt zu sein, den Gang zum Psychiater oder Neurologen nicht scheuen.
msf